
Architekturbüros
Baustellenbesuche, Plotter und CAD-Arbeit: zwei Arbeitswelten in einer Gefährdungsbeurteilung.
Mehr erfahrenSender, Produktionsfirmen und Studios verbinden zwei Arten von Arbeit. In Redaktion und Verwaltung sitzen die Beschäftigten am Bildschirm, im Studio und am Set arbeiten sie mit Licht, Strom und schweren Lasten nach einem knappen Drehplan. Entsprechend gelten zwei Regelwerke nebeneinander: die Pflichten nach ASiG und DGUV Vorschrift 2 für den ganzen Betrieb, dazu die DGUV Vorschrift 17 für Produktionsstätten von Film, Fernsehen, Hörfunk und Fotografie.

Wichtig: Redaktion und Verwaltung sind Bürobetrieb, Studio, Technik und Außenproduktion sind es nicht. Hörfunk, Fernsehen und Filmproduktion liegen nach der DGUV Vorschrift 2 in Betreuungsgruppe III. Studio und Dreh gehen in die betriebsspezifische Betreuung ein, und für Produktionsstätten gilt zusätzlich die DGUV Vorschrift 17.
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Wo gearbeitet wird, legt die Produktion fest. Drehorte sind das eigene Studio, öffentliche Straßen, fremde Gebäude und freies Gelände. Die Teams wechseln von Produktion zu Produktion, und der Zeitplan lässt wenig Puffer.
Die DGUV Vorschrift 17 gilt für den produktionstechnischen und darstellerischen Bereich von Produktionsstätten, und dazu zählen ausdrücklich auch Spiel- und Szenenflächen bei Außenaufnahmen. Zwei ihrer Vorgaben betreffen die Organisation unmittelbar. Leitung und Aufsicht der Arbeiten darf der Unternehmer nur Bühnen- und Studiofachkräften übertragen. Vor Außenaufnahmen und bevor Dritte ein Studio nutzen, muss außerdem feststehen, wer die Aufsicht hat (§ 15 DGUV Vorschrift 17). Bei Koproduktionen gehört diese Festlegung vor dem ersten Drehtag in den Vertrag oder in ein gemeinsames Protokoll.
Sender und Filmproduktion gehören meist zu verschiedenen Berufsgenossenschaften. Die Satzung der VBG nennt Hörfunk- und Fernsehunternehmen sowie Landesmedienanstalten. Die Herstellung von Filmen fällt dagegen nach der Satzung der BG ETEM in deren Zuständigkeit, dort unter der Bezeichnung „Herstellung von Lichtbildstreifen“. Maßgeblich ist der Mitgliedsbescheid.
| Merkmal | Sender oder Produktion |
|---|---|
| Unfallversicherungsträger | Hörfunk- und Fernsehunternehmen: VBG. Film- und Fernsehproduktionsfirmen: in der Regel BG ETEM. Maßgeblich ist der Mitgliedsbescheid. |
| Wirtschaftszweig | WZ 60.1 Hörfunkveranstalter, 60.2 Fernsehveranstalter, 59.1 Herstellung von Filmen und Fernsehprogrammen, 59.2 Tonstudios und Herstellung von Hörfunkbeiträgen |
| Betreuungsgruppe nach DGUV Vorschrift 2 | III für alle vier Wirtschaftszweige, ab mehr als 20 Beschäftigten 0,5 Stunden Grundbetreuung pro Beschäftigtem und Jahr, gemeinsam für Fachkraft und Betriebsarzt, je Seite mindestens 20 Prozent. Dazu kommt die betriebsspezifische Betreuung. Studio und Außendreh fallen in diesen Teil. |
| Zusätzliche Unfallverhütungsvorschrift | DGUV Vorschrift 17 für Studios, Ateliers und Szenenflächen bei Außenaufnahmen |
| Ruhezeit | Elf Stunden, beim Rundfunk um bis zu eine Stunde kürzbar, wenn jede Verkürzung innerhalb eines Kalendermonats oder von vier Wochen durch eine Ruhezeit von mindestens zwölf Stunden ausgeglichen wird (§ 5 Abs. 2 ArbZG) |
| Kinder unter 15 vor Kamera oder Mikrofon | Nur mit Bewilligung der Aufsichtsbehörde und nur für Kinder über drei Jahren (§ 6 JArbSchG) |
| Ab dem ersten Beschäftigten | Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Erste-Hilfe-Organisation, Bestellung von Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt |
| Mehr als 20 Beschäftigte | Arbeitsschutzausschuss, Sitzung je Kalendervierteljahr (§ 11 ASiG) |
Wer für eine Produktion befristet angestellt wird, ist für diese Zeit Beschäftigter, auch bei einem Vertrag über wenige Drehtage. Für ihn gelten alle Arbeitgeberpflichten von der Unterweisung bis zur Ersten Hilfe. Teilzeitkräfte zählen für die Schwelle von 20 anteilig: bis 20 Wochenstunden mit 0,5, bis 30 mit 0,75. Arbeiten Beschäftigte eines Licht- oder Tondienstleisters am Set, müssen sich beide Arbeitgeber über die Gefahren abstimmen (§ 8 ArbSchG).
Für Außenaufnahmen reicht oft ein kurzes Formblatt je Drehort: Wer hat die Aufsicht, woher kommt der Strom, wo verläuft der Rettungsweg, wer ist am Set Ersthelferin oder Ersthelfer. Ausgefüllt ist es Teil der Gefährdungsbeurteilung und lässt sich für die nächste Produktion kopieren und anpassen.
Die Redaktionsflächen sind meist unauffällig, abgesehen von Akustik und Verkabelung. Auffällig werden Studio und Technik: Zugang ohne Regelung, Kabel über Verkehrswegen, Lagerung von Technik über Kopfhöhe. Für Außendrehs fehlt regelmäßig jede Beurteilung, obwohl dort die höheren Gefährdungen liegen.
Praktikabel ist eine kurze, immer gleiche Grundunterweisung für alle, die das Haus betreten, plus eine Unterweisung je Produktion, die den konkreten Drehort abdeckt. Freie und kurzfristig Beteiligte werden vor Aufnahme der Tätigkeit unterwiesen, nicht zur nächsten Sammelunterweisung. Der Meldeweg bei einem Unfall am Drehort gehört ausdrücklich dazu.
Die DGUV Vorschrift 17 verlangt, alle Beteiligten vor Beginn der Proben zu einer Produktion über die nötigen Unfallverhütungsmaßnahmen zu unterweisen und dies bei gefährlichen szenischen Vorgängen in geeigneten Abständen zu wiederholen (§ 17). Für solche Vorgänge, für Pyrotechnik und für Schusswaffen am Set enthält sie eigene Vorgaben (§§ 20 und 28).
In der Regel die BG ETEM. Ihre Satzung umfasst die Herstellung von Filmen, dort als Lichtbildstreifen bezeichnet, und zu ihrer Branche Filmproduktion zählt sie Film- und Fernsehproduktionen. Hörfunk- und Fernsehunternehmen nennt dagegen die Satzung der VBG. Maßgeblich ist der Mitgliedsbescheid.
Ja. Sie erfasst Produktionsstätten für Film, Fernsehen, Hörfunk und Fotografie. Wie viel davon im Einzelfall greift, hängt von der Ausstattung ab: Ein Sprecherraum mit Mikrofon und Bildschirm wirft weniger Fragen auf als ein Fernsehstudio mit Traversen, Scheinwerfern und bewegten Aufbauten.
Ja, unter Auflagen. Kinder unter 15 Jahren dürfen nur mit einer Bewilligung der Aufsichtsbehörde nach § 6 JArbSchG mitwirken und erst, wenn sie älter als drei Jahre sind. Wie lange sie täglich mitwirken dürfen, ist nach Alter gestaffelt. Voraussetzungen sind unter anderem die schriftliche Einwilligung der Sorgeberechtigten, eine ärztliche Bescheinigung und eine gesicherte Betreuung am Set. Die Behörde legt Dauer, Lage und Pausen der Mitwirkung fest. Beschäftigt werden darf das Kind erst, wenn der Bescheid vorliegt.

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