
Architekturbüros
Baustellenbesuche, Plotter und CAD-Arbeit: zwei Arbeitswelten in einer Gefährdungsbeurteilung.
Mehr erfahrenIn Malerei, Bildhauerei, Keramik, Siebdruck und Fotografie bestimmt das Material die Gefährdung. Wer im Atelier eine Assistenz oder eine Aushilfe beschäftigt, braucht deshalb eine Gefährdungsbeurteilung, die bei den Stoffen und Maschinen ansetzt. Der Schreibtisch mit Buchhaltung und Bildbearbeitung kommt am Ende dazu.

Wichtig: Ein Atelier oder eine Werkstatt ist kein Bürobetrieb. Künstlerisches Schaffen, Design und Fotografie liegen nach der DGUV Vorschrift 2 in Betreuungsgruppe III, Gefahrstoffe, Maschinen und Atemschutz in der Produktion gehen in die betriebsspezifische Betreuung ein. Wer allein und ohne Beschäftigte arbeitet, ist kein Arbeitgeber im Sinne des Arbeitsschutzgesetzes; sobald jemand angestellt oder als Aushilfe beschäftigt wird, gelten die Pflichten in vollem Umfang.
Für diese Betriebsart stellt Safety Club die externe Fachkraft für Arbeitssicherheit: ein Vertrag mit planbaren Jahreskosten, eine Fachkraft aus dem Netzwerk vor Ort, Betriebsarzt, Fahrt, Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung im Preis und die prüfungssichere Dokumentation auf unserer Plattform, dem Kundenportal. Schauen Sie selbst in wenigen Klicks, was Sie innerhalb dieses Gesamtpakets zahlen, im Angebotsrechner.
Die Gefährdungen gehen von Farben, Lösemitteln, Klebstoffen, Stäuben und Werkzeugen aus. Dazu kommt, dass die meisten Ateliers in Räumen liegen, die fürs Wohnen oder für allgemeines Gewerbe gebaut wurden, nicht für den Umgang mit solchen Stoffen.
Welche Berufsgenossenschaft zuständig ist, hängt von der Sparte ab. Die VBG führt in ihrer Satzung Künstlerinnen und Künstler der Bereiche Wort, Musik, bildende und darstellende Kunst sowie Designerinnen und Designer auf. Die Satzung der BG ETEM erfasst dagegen die Aufnahme und Herstellung von Fotografien, ausdrücklich auch die freiberufliche und künstlerische Fotografie. Wer malt und zugleich fotografiert, wird in der Regel nach dem Schwerpunkt des Betriebs zugeordnet. Maßgeblich ist der Mitgliedsbescheid.
Viele Ateliers sind Gemeinschaften, in denen sich mehrere Kunstschaffende Werkstatt, Spritzkabine oder Brennofen teilen. Wer in der Gemeinschaft eine Assistenz beschäftigt, ist für deren Schutz verantwortlich, auch an Geräten, die anderen gehören. Arbeiten Beschäftigte mehrerer Arbeitgeber am selben Ort, müssen sich die Arbeitgeber abstimmen und einander über Gefahren unterrichten (§ 8 ArbSchG), zum Beispiel darüber, wer den Brennofen wartet und wo Lösemittel lagern.
| Merkmal | Atelier oder Studio |
|---|---|
| Unfallversicherungsträger | Bildende und darstellende Kunst, Musik, Wort und Design: VBG. Fotografie: BG ETEM. Maßgeblich ist der Mitgliedsbescheid. |
| Wirtschaftszweig | WZ 90.03 Künstlerisches und schriftstellerisches Schaffen, WZ 74.1 Ateliers für Textil-, Schmuck-, Grafik- u. ä. Design, WZ 74.2 Fotografie und Fotolabors |
| Betreuungsgruppe nach DGUV Vorschrift 2 | III für Kunst, Design und Fotografie gleichermaßen, ab mehr als 20 Beschäftigten 0,5 Stunden Grundbetreuung pro Beschäftigtem und Jahr, gemeinsam für Fachkraft und Betriebsarzt, je Seite mindestens 20 Prozent |
| Atemschutz beim Sprühen oder Schleifen | Arbeitsmedizinische Vorsorge je nach Gerätegruppe: Gruppe 1 als Angebot, Gruppen 2 und 3 als Pflicht (ArbMedVV) |
| Ab dem ersten Beschäftigten | Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Erste-Hilfe-Organisation, Bestellung von Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt |
| Bis 20 Beschäftigte | Anlage 1 der DGUV Vorschrift 2 ohne feste Einsatzzeiten |
| Bis 50 Beschäftigte | Unternehmermodell als Alternative zulässig. Mehr als 50: Regelbetreuung. |
Für die Schwellen zählen Angestellte, Beschäftigte im Minijob und studentische Aushilfen. Teilzeitkräfte zählen für die Schwelle von 20 anteilig: bis 20 Wochenstunden mit 0,5, bis 30 mit 0,75. Selbstständige Kolleginnen und Kollegen in einer Ateliergemeinschaft zählen nicht mit. Sie sind für ihren eigenen Betrieb selbst verantwortlich.
Für jedes lösemittelhaltige Produkt verlangt die Gefahrstoffverordnung die Prüfung, ob es einen weniger gefährlichen Ersatz gibt, etwa wasserbasierte Farben oder Reiniger. Das Ergebnis gehört in die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung, auch wenn es lautet, dass die künstlerische Technik ohne den Stoff nicht auskommt. Wie Gefahrstoffverzeichnis und Betriebsanweisung aussehen, zeigt Gefahrstoffe im Büro.
Auffällig sind fast immer die Lagerung und die Lüftung: Lösemittel in Originalgebinden neben Zündquellen, umgefüllte Stoffe in unbeschrifteten Behältern, fehlende Sicherheitsdatenblätter und Fensterlüftung als einzige Maßnahme beim Sprühen. Dazu kommen Verlängerungskabel über Verkehrswegen und Werkzeuge ohne dokumentierte Prüfung. Im Papier fehlt meist das Gefahrstoffverzeichnis.
Die Unterweisung folgt den Stoffen und Geräten: Umgang mit Lösemitteln und Klebstoffen anhand der Betriebsanweisungen, richtiges Lagern und Entsorgen, Nutzung von Absaugung und Atemschutz, Bedienung der Maschinen. Dazu die Regeln für Alleinarbeit und der Meldeweg bei einem Unfall. Der kaufmännische Teil wird davon getrennt unterwiesen.
Für Beschäftigte, die zum Sprühen oder Schleifen Atemschutz tragen, veranlasst der Arbeitgeber zusätzlich die arbeitsmedizinische Vorsorge, vorrangig beim Betriebsarzt, je nach Gerätegruppe als Angebot oder als Pflicht. Für Schwangere und Stillende schränkt das Mutterschutzgesetz Tätigkeiten mit bestimmten Gefahrstoffen ein. Was dafür zu prüfen ist, steht in Mutterschutz im Büro: Gefährdungsbeurteilung.
Die BG ETEM. Ihre Satzung umfasst die Aufnahme und Herstellung von Fotografien einschließlich freiberuflicher und künstlerischer Fotografie. Ateliers für Malerei, Bildhauerei oder Design gehören dagegen zur VBG. Maßgeblich ist der Mitgliedsbescheid.
Meist nicht. Beim Sprühen entstehen Aerosole und Lösemitteldämpfe, die eine Absaugung direkt an der Entstehungsstelle besser erfasst als die Raumlüftung. Welche Maßnahme genügt, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung nach Gefahrstoffverordnung und dem Sicherheitsdatenblatt des Produkts.
Nicht automatisch. Jede Künstlerin und jeder Künstler mit eigenen Beschäftigten ist ein eigener Arbeitgeber. Anders ist es, wenn die Gemeinschaft selbst Personal anstellt, etwa als GbR. Teilen sich mehrere Arbeitgeber Räume und Geräte, müssen sie beim Arbeitsschutz zusammenarbeiten (§ 8 ArbSchG). Eine schriftliche Absprache zu Lagerung, Geräten und Erster Hilfe ist sinnvoll.

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