
Architekturbüros
Baustellenbesuche, Plotter und CAD-Arbeit: zwei Arbeitswelten in einer Gefährdungsbeurteilung.
Mehr erfahrenViele Verbände und Vereine haben eine kleine hauptamtliche Geschäftsstelle, um die herum Ehrenamtliche, Gremienmitglieder, Projektkräfte und Gäste bei Tagungen kommen und gehen. Für die Betreuung nach DGUV Vorschrift 2 zählen nur die Beschäftigten. Unterweisung und Notfallorganisation müssen aber auch die anderen erreichen.

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Einsätze von Ehrenamtlichen, Projektkräften und Praktikanten beginnen und enden oft zwischen zwei jährlichen Unterweisungsterminen. Die Pflicht zur Unterweisung gilt für sie ebenso, doch im Alltag werden gerade sie am leichtesten übersehen.
Ehrenamtlich Tätige ohne Arbeitsvertrag gehören nicht zu den Beschäftigten im Sinne von § 2 Abs. 2 ArbSchG und zählen deshalb bei den Schwellen der DGUV Vorschrift 2 nicht mit. Sind sie gesetzlich unfallversichert, müssen sie trotzdem unterwiesen werden, denn § 4 DGUV Vorschrift 1 bezieht die Unterweisung auf alle Versicherten.
Für gewählte oder beauftragte Ehrenamtsträger in gemeinnützigen Organisationen gibt es die freiwillige Versicherung bei der VBG (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB VII). Sie kommt etwa für den ehrenamtlichen Vorstand eines Vereins infrage oder für Delegierte, die im Auftrag des Vorstands Aufgaben übernehmen. Auch wer in Gremien von Arbeitgeberverbänden oder Gewerkschaften ehrenamtlich mitarbeitet, kann sich freiwillig versichern. Den Antrag stellt die Organisation, ihr Dachverband oder die Person selbst. Vorher sollten Sie klären, ob über den Dachverband bereits ein Rahmenvertrag besteht.
| Merkmal | Verband oder Verein |
|---|---|
| Unfallversicherungsträger | In der Regel die VBG. Ihre Satzung nennt Kammern, Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, Parteien, Interessenvertretungen, Sportvereine und Vereine für Freizeit und Geselligkeit. Verbände des Gesundheitswesens und der Wohlfahrtspflege gehören zur BGW. |
| Wirtschaftszweig | WZ 94.1 Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände, Berufsorganisationen. WZ 94.2 Arbeitnehmervereinigungen. WZ 94.9 Kirchliche Vereinigungen, politische Parteien sowie sonstige Interessenvertretungen und Vereinigungen |
| Betreuungsgruppe nach DGUV Vorschrift 2 | III in allen drei Fällen. Ab mehr als 20 Beschäftigten: 0,5 Stunden Grundbetreuung pro Beschäftigtem und Jahr, gemeinsam für Fachkraft und Betriebsarzt, je Seite mindestens 20 Prozent |
| Ab dem ersten Beschäftigten | Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Erste-Hilfe-Organisation, Bestellung von Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt |
| Bis 20 Beschäftigte | Anlage 1 der DGUV Vorschrift 2 ohne feste Einsatzzeiten |
| Mehr als 20 Beschäftigte | Arbeitsschutzausschuss, Sitzung je Kalendervierteljahr (§ 11 ASiG) |
| Bis 50 Beschäftigte | Unternehmermodell als Alternative zulässig. Mehr als 50: Regelbetreuung |
| Ab 50 Beschäftigten im Büro | Sicherheitsbeauftragte (§ 22 SGB VII, seit dem 29. Mai 2026) |
| Ehrenamtliche Vorstände | Freiwillige Versicherung bei der VBG möglich, wenn die Organisation gemeinnützig und die VBG für sie zuständig ist (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB VII) |
Mitgezählt werden in der Geschäftsstelle Referentinnen und Referenten, Sachbearbeitung, Beschäftigte in Minijobs und Werkstudierende. Teilzeitkräfte zählen für die Schwelle von 20 anteilig: bis 20 Wochenstunden mit 0,5, bis 30 mit 0,75. Ein Landesverband in eigener Rechtsform ist ein eigener Arbeitgeber mit eigenen Pflichten, auch wenn der Bundesverband die Betreuung organisiert.
Teilen sich mehrere Verbände ein Haus und arbeiten ihre Beschäftigten an einem Arbeitsplatz, müssen die Arbeitgeber nach § 8 ArbSchG zusammenarbeiten. Praktisch bedeutet das meist einen gemeinsamen Flucht- und Rettungsplan, abgestimmte Ersthelfer und eine Absprache darüber, wer eine Räumung leitet. Wie viel Erste-Hilfe-Material je Standort nötig ist, zeigt der Verbandkasten-Rechner.
Auffällig sind zwei Muster. Erstens Standorte ohne eigenes Erste-Hilfe-Material und ohne Ersthelfer, weil beides nur am Hauptsitz vorgehalten wird. Zweitens Veranstaltungsräume, deren Bestuhlung nach der letzten Sitzung im Fluchtweg steht. Dazu Lagerräume mit Material über Kopfhöhe. Im Papier fehlt meist eine Übersicht, wer wann unterwiesen wurde.
Praktikabel ist ein kurzer, standardisierter Einstiegsblock, der vor der ersten Tätigkeit läuft und dokumentiert wird, statt der Aufnahme in den nächsten Jahrestermin, den viele Beteiligte gar nicht mehr erleben. Für Veranstaltungen kommt eine kurze Sicherheitsinformation zu Fluchtwegen und Sammelplatz dazu, für das Lager das Heben und die Regalnutzung.
Als Nachweis genügt eine Liste in der Geschäftsstelle mit Name, Datum, Thema und Unterschrift. Wann die nächste Wiederholung fällig ist, berechnet der Unterweisungs-Fristenrechner.
In den meisten Fällen die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG). Ihre Satzung umfasst Wirtschafts- und Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften, Parteien, Interessenvertretungen und Vereine. Ausnahmen gibt es etwa für Verbände des Gesundheitswesens und der Wohlfahrtspflege, die zur BGW gehören. Verbindlich ist der Mitgliedsbescheid.
Nein, solange sie ohne Arbeitsvertrag tätig sind. Für Betreuungsumfang, Arbeitsschutzausschuss und Sicherheitsbeauftragte zählen die Beschäftigten der Geschäftsstelle. Ist ein Vorstandsmitglied zugleich angestellt, zählt es als Beschäftigte oder Beschäftigter mit.
Nicht automatisch. Gewählte oder beauftragte Ehrenamtsträger in gemeinnützigen Organisationen können sich aber freiwillig versichern (§ 6 Abs. 1 Nr. 3 SGB VII), und zwar bei der VBG, sofern sie für den Verein zuständig ist. Den Antrag stellt der Verein, sein Dachverband oder das Vorstandsmitglied selbst.

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