
Architekturbüros
Baustellenbesuche, Plotter und CAD-Arbeit: zwei Arbeitswelten in einer Gefährdungsbeurteilung.
Mehr erfahrenHausverwaltungen und Maklerbüros arbeiten am Schreibtisch und außer Haus: bei Wohnungsübergaben, Besichtigungen, der Aufnahme von Schäden und auf Eigentümerversammlungen. Für den Arbeitsschutz zählen beide Arbeitsorte. In Verwaltungen mit Hausmeisterdienst kommt eine Frage hinzu, die vor jeder Beurteilung geklärt sein sollte: wer Arbeitgeber des Hausmeisters ist.

Für diese Betriebsart stellt Safety Club die externe Fachkraft für Arbeitssicherheit: ein Vertrag mit planbaren Jahreskosten, eine Fachkraft aus dem Netzwerk vor Ort, Betriebsarzt, Fahrt, Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung im Preis und die prüfungssichere Dokumentation auf unserer Plattform, dem Kundenportal. Schauen Sie selbst in wenigen Klicks, was Sie innerhalb dieses Gesamtpakets zahlen, im Angebotsrechner.
Ein Teil der Arbeit findet in den verwalteten Objekten statt. Besichtigungen, Objektbegehungen und Übergaben erledigen Ihre Beschäftigten oft allein, in Räumen, deren Zustand vorher niemand kennt. Eine Beurteilung, die nur das Büro betrachtet, erfasst das nicht; der Außendienst braucht einen eigenen Teil.
Stellt die Verwaltung selbst Hausmeister oder Reinigungskräfte ein, muss die Beurteilung auch handwerkliche Arbeit abdecken: Leitern, Elektrowerkzeug, Winterdienst, Grünpflege und Reinigungsmittel. Ist dagegen die Eigentümergemeinschaft oder ein einzelner Eigentümer Arbeitgeber, liegen die Arbeitgeberpflichten dort, auch wenn die Verwaltung sie im Alltag organisiert. Klären Sie das anhand der Arbeitsverträge, bevor die Fachkraft mit der Beurteilung beginnt. Sonst fehlt eine Tätigkeit, oder sie steht in der falschen Beurteilung.
Die Verkehrssicherungspflicht für ein Objekt, also geräumte Wege, intakte Treppen und beleuchtete Keller für Mieter und Besucher, ist in erster Linie Sache des Eigentümers. Sie ersetzt keine Gefährdungsbeurteilung für die eigenen Beschäftigten, die dieselbe Treppe bei einer Objektbegehung benutzen. Oft landen beide Themen auf demselben Schreibtisch. In die Unterlagen gehören sie trotzdem getrennt.
| Merkmal | Immobilien und Hausverwaltung |
|---|---|
| Unfallversicherungsträger | VBG: Hausverwaltungen und Wohnungsunternehmen in der Gefahrtarifstelle Immobilienwirtschaft, Immobilienmakler in der Gefahrtarifstelle Makelndes und vermittelndes Unternehmen |
| Hausmeister und Hausbesorgung | VBG, Gefahrtarifstelle Hausbesorgung, auch für Wohnungseigentümergemeinschaften. Selbstständige Hausmeister, die überwiegend Handwerks- oder Bauleistungen für mehrere Auftraggeber erbringen, gehören in der Regel zur BG BAU |
| Wirtschaftszweig | WZ 68.3 Vermittlung und Verwaltung von Grundstücken für Dritte |
| Betreuungsgruppe nach DGUV Vorschrift 2 | III: ab mehr als 20 Beschäftigten (Anlage 2) 0,5 Stunden Grundbetreuung pro Beschäftigtem und Jahr, gemeinsam für Fachkraft und Betriebsarzt, je Seite mindestens 20 Prozent. Dazu kommt die betriebsspezifische Betreuung |
| Ab dem ersten Beschäftigten | Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Erste-Hilfe-Organisation, Bestellung von Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt |
| Bis 20 Beschäftigte | Anlage 1 der DGUV Vorschrift 2 ohne feste Einsatzzeiten |
| Mehr als 20 Beschäftigte | Arbeitsschutzausschuss, Sitzung je Kalendervierteljahr (§ 11 ASiG) |
| Bis 50 Beschäftigte | Unternehmermodell als Alternative zulässig. Mehr als 50: Regelbetreuung |
| Firmenfahrzeuge | Prüfung durch einen Sachkundigen bei Bedarf, mindestens einmal jährlich (§ 57 DGUV Vorschrift 70) |
Mitgezählt werden Verwalterinnen und Verwalter, Buchhaltung und Assistenz, außerdem bei Ihnen angestellte Hausmeister und Reinigungskräfte, auch auf Minijob-Basis. Teilzeitkräfte zählen für die Schwelle von 20 anteilig: bis 20 Wochenstunden mit 0,5, bis 30 mit 0,75.
Eigentümerversammlungen finden oft abends in angemieteten Räumen statt und verlaufen nicht immer ruhig. Arbeitszeit, Heimweg und der Umgang mit eskalierenden Diskussionen gehören deshalb ebenfalls in die Beurteilung.
Die Bürofläche ist meist unauffällig, der Schwerpunkt liegt woanders. Bei Objektbegehungen, Übergaben und Besichtigungen entstehen Gefährdungen, die im Büro nicht existieren: Baustellen und Leerstände, ungesicherte Treppen und Dachzugänge, Kellerräume ohne Beleuchtung, Hunde in bewohnten Einheiten. Dazu kommt die Fahrtätigkeit selbst. Regelmäßig fehlt eine Regelung zur Alleinarbeit außerhalb des Büros: Es gibt keine Absprache, wer wo ist und wann eine ausbleibende Rückmeldung auffällt.
Die Unterweisung braucht deshalb einen Außendienst-Teil, der über die Bürothemen hinausgeht: Verhalten in Leerständen und auf Baustellen, Sicherung des eigenen Standorts bei Alleinarbeit, Umgang mit aggressivem Verhalten bei Übergaben und Räumungen, und der Meldeweg bei einem Unfall unterwegs. Wegeunfälle und Unfälle bei Außendiensttätigkeit sind meldepflichtige Arbeitsunfälle wie jeder andere auch, was in der Praxis häufig unterschätzt wird.
Ein Unfall auf der Fahrt von Objekt zu Objekt ist ein Arbeitsunfall, denn die Fahrt gehört zur versicherten Tätigkeit selbst. Als Wegeunfall gilt vor allem der Weg zwischen Wohnung und Arbeitsort. Wann die Berufsgenossenschaft informiert werden muss, erklärt Arbeitsunfall im Büro: Meldung, Fristen und Dokumentation.
Die VBG. Hausverwaltungen und Wohnungsunternehmen stehen in ihrem Gefahrtarif unter der Gefahrtarifstelle Immobilienwirtschaft, Immobilienmakler unter der Gefahrtarifstelle Makelndes und vermittelndes Unternehmen. Auch die Hausbesorgung gehört zur VBG. Anders liegt es bei selbstständigen Hausmeisterdiensten, die überwiegend Handwerks- oder Bauleistungen für mehrere Auftraggeber erbringen: Sie gehören in der Regel zur BG BAU. Verbindlich ist Ihr Mitgliedsbescheid.
Der Arbeitgeber, also wer den Arbeitsvertrag geschlossen hat. Hat die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer den Hausmeister eingestellt, ist sie Arbeitgeberin. Die Verwaltung kann die Aufgaben für sie organisieren, die Gesamtverantwortung bleibt bei der Gemeinschaft. Ist der Hausmeister bei der Verwaltung angestellt, gehört seine Tätigkeit in deren eigene Gefährdungsbeurteilung.
Für Firmenfahrzeuge verlangt die DGUV Vorschrift 70 eine Prüfung durch einen Sachkundigen bei Bedarf, mindestens aber einmal jährlich (§ 57). Die Hauptuntersuchung ersetzt sie nicht vollständig. Liegt eine Hauptuntersuchung ohne Mängel vor, kann sich die Sachkundigenprüfung nach Angaben der VBG auf die Belange der Arbeitssicherheit beschränken. Fahren Beschäftigte mit dem eigenen Wagen zu Besichtigungen, gehört die Fahrtätigkeit trotzdem in die Gefährdungsbeurteilung.

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