
Architekturbüros
Baustellenbesuche, Plotter und CAD-Arbeit: zwei Arbeitswelten in einer Gefährdungsbeurteilung.
Mehr erfahrenIngenieur- und Planungsbüros rechnen und konstruieren im Büro. Gemessen und abgenommen wird dagegen dort, wo die Anlage steht, etwa im Technikraum einer Klinik oder in der Fertigungshalle eines Kunden. Vor Ort gelten die Regeln des Betreibers. Die Gefährdungsbeurteilung für Ihre eigenen Beschäftigten erstellen trotzdem Sie, und sie muss diese Außentermine ausdrücklich erfassen.

Für diese Betriebsart stellt Safety Club die externe Fachkraft für Arbeitssicherheit: ein Vertrag mit planbaren Jahreskosten, eine Fachkraft aus dem Netzwerk vor Ort, Betriebsarzt, Fahrt, Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung im Preis und die prüfungssichere Dokumentation auf unserer Plattform, dem Kundenportal. Schauen Sie selbst in wenigen Klicks, was Sie innerhalb dieses Gesamtpakets zahlen, im Angebotsrechner.
Ein Ingenieurbüro arbeitet an zwei Orten, die wenig gemeinsam haben. Am Schreibtisch werden Pläne auf mehreren Bildschirmen und auf Papier gelesen. Im Außendienst stehen Ihre Beschäftigten in Anlagen und auf Grundstücken, deren Hausregeln andere festlegen.
Sind Ihre Beschäftigten im Betrieb eines Auftraggebers tätig, schreibt das Arbeitsschutzgesetz die Zusammenarbeit beider Arbeitgeber vor: Beide unterrichten sich gegenseitig über die Gefahren und stimmen die Schutzmaßnahmen ab (§ 8 ArbSchG). Praktisch heißt das, vor dem ersten Termin Zutrittsregeln, geforderte Schutzausrüstung und besondere Gefahren der Anlage abzufragen und die Einweisung durch den Betreiber zu dokumentieren. Ohne diesen Nachweis lässt sich nach einem Unfall kaum belegen, dass die Abstimmung stattgefunden hat.
Für Messungen, die eine Person allein in einer abgelegenen Anlage durchführt, beschreibt die DGUV Information 212-139 die Notrufmöglichkeiten, von vereinbarten Kontrollanrufen bis zum Personen-Notsignal-Gerät. Welche Lösung genügt, entscheidet die Gefährdungsbeurteilung. Eine Abnahme in einem besetzten Bürogebäude ist anders zu bewerten als eine Messung, die jemand am Wochenende allein in einem Pumpwerk vornimmt.
| Merkmal | Ingenieur- und Planungsbüro |
|---|---|
| Unfallversicherungsträger | VBG, Gefahrtarifstelle Ingenieurwesen und Architekturunternehmen, zu der auch Baustatik- und Vermessungsbüros gehören |
| Planungsabteilung als Teil eines Industrieunternehmens | Unfallversicherungsträger des Hauptunternehmens (§ 131 SGB VII). Verbindlich ist der Mitgliedsbescheid |
| Wirtschaftszweig | WZ 71.1 Architektur- und Ingenieurbüros |
| Betreuungsgruppe nach DGUV Vorschrift 2 | III: ab mehr als 20 Beschäftigten (Anlage 2) 0,5 Stunden Grundbetreuung pro Beschäftigtem und Jahr, gemeinsam für Fachkraft und Betriebsarzt, je Seite mindestens 20 Prozent. Dazu kommt die betriebsspezifische Betreuung |
| Ab dem ersten Beschäftigten | Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung, Erste-Hilfe-Organisation, Bestellung von Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt |
| Bis 20 Beschäftigte | Anlage 1 der DGUV Vorschrift 2 ohne feste Einsatzzeiten |
| Mehr als 20 Beschäftigte | Arbeitsschutzausschuss, Sitzung je Kalendervierteljahr (§ 11 ASiG) |
| Bis 50 Beschäftigte | Unternehmermodell als Alternative zulässig. Mehr als 50: Regelbetreuung |
| Ab 50 Beschäftigten im Büro | Sicherheitsbeauftragte (§ 22 SGB VII, seit dem 29. Mai 2026) |
Mitgezählt werden alle Beschäftigten, im Büro wie im Außendienst, einschließlich technischer Zeichnerinnen und Zeichner, Werkstudierender und Auszubildender. Teilzeitkräfte zählen für die Schwelle von 20 anteilig: bis 20 Wochenstunden mit 0,5, bis 30 mit 0,75.
Vermessungstrupps und Prüfer, die im Straßenraum arbeiten, brauchen zusätzlich Warnkleidung und eine Sicherung der Messstelle gegen den fließenden Verkehr. Diese Tätigkeit sollte in der Beurteilung einen eigenen Abschnitt bekommen.
Der Bürobereich fällt selten auf: die Arbeitsplätze sind gut ausgestattet, die Beanstandungen betreffen meist Monitorhöhe und Blendung durch Fensterfronten. Auffällig wird der Außendienst. Es fehlt regelmäßig eine Liste der wiederkehrenden Ortstermine, eine Regelung zur Schutzausrüstung und die Dokumentation, dass die Beschäftigten vor dem ersten Termin in die Regeln des jeweiligen Betreibers eingewiesen wurden.
Neben den Bürothemen braucht es einen Außendienstblock: Verhalten in fremden Anlagen, Umgang mit der eigenen Schutzausrüstung, Sicherung des eigenen Standorts bei Alleinarbeit und der Meldeweg bei einem Unfall unterwegs. Wo Messgeräte, Leitern oder Steigtechnik zum Einsatz kommen, gehört deren Bedienung ebenfalls dazu und nicht in eine Betriebsanweisung, die niemand liest.
Leitern, die im Dienstwagen mitfahren, sind vor jeder Verwendung in Augenschein zu nehmen und auf offensichtliche Mängel zu kontrollieren. Sind sie Einflüssen ausgesetzt, die Schäden verursachen können, kommt eine wiederkehrende Prüfung durch eine zur Prüfung befähigte Person hinzu (TRBS 2121 Teil 2); ob häufiger Transport dazu zählt, legt die Gefährdungsbeurteilung fest. Für elektrische Messgeräte und Ladegeräte hilft der Prüffristen-Rechner (DGUV Vorschrift 3).
Für eigenständige Ingenieur-, Statik- und Vermessungsbüros die VBG. Ist die Planung eine Abteilung eines Industrieunternehmens, gehört sie zur Berufsgenossenschaft dieses Unternehmens: Der Träger des Hauptunternehmens ist für alle Bestandteile desselben Unternehmens zuständig. Was in Ihrem Fall gilt, steht im Mitgliedsbescheid.
Der Betreiber muss sich vergewissern, dass Beschäftigte fremder Firmen in seinem Betrieb angemessene Anweisungen erhalten haben (§ 8 Abs. 2 ArbSchG). Ihre eigene Unterweisung bleibt daneben bestehen. Sie bereiten Ihre Beschäftigten allgemein auf die Arbeit in fremden Anlagen vor, der Betreiber auf die Gefahren seiner Anlage.
Das hängt von der Gefährdung ab. Bei geringer Gefährdung kann ein vereinbarter Rückruf zu festen Zeiten genügen. Ist die Gefährdung erhöht, weil ein Unfall die Person so verletzen kann, dass sie selbst keine Hilfe mehr holen kann, beschreibt die DGUV Information 212-139 technische Lösungen wie Personen-Notsignal-Anlagen. Die Entscheidung gehört mit Begründung in die Gefährdungsbeurteilung.

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