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Baustellenbesuche, Plotter und CAD-Arbeit: zwei Arbeitswelten in einer Gefährdungsbeurteilung.
Mehr erfahrenBanken und Sparkassen haben zwei sehr verschiedene Arbeitsbereiche: eine Verwaltung mit großen Bildschirmbeständen und Filialen, die jeder betreten kann. Für die Filialen gilt neben Arbeitsschutzgesetz, ASiG und DGUV Vorschrift 2 eine eigene Unfallverhütungsvorschrift, die DGUV Vorschrift 25 „Überfallprävention“. Sie enthält Pflichten, die es im gewöhnlichen Büro nicht gibt.

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Eine Filiale ist ein Arbeitsplatz mit offenem Zugang und Bargeld im Haus. Deshalb gehören Überfallprävention und die Betreuung Betroffener nach einem Überfall zum Arbeitsschutz, und dafür gibt es eine eigene Rechtsgrundlage.
Für Kredit-, Finanzdienstleistungs- und Zahlungsinstitute gilt die DGUV Vorschrift 25. Sie hat die frühere Unfallverhütungsvorschrift „Kassen“ abgelöst und greift in diesen Instituten überall dort, wo Beschäftigte mit Bargeld, sonstigen Zahlungsmitteln oder Wertsachen umgehen. Das betrifft auch Filialen ohne Kassenschalter, denn wer Geldautomaten befüllt oder leert, hat Umgang mit Banknoten. Die Automaten sind in nicht öffentlich zugänglichen Bereichen zu versorgen, und der Einblick in diesen Bereich ist weitestgehend zu verhindern. Findet die Versorgung doch im öffentlich zugänglichen Bereich statt, sind geeignete technische oder organisatorische Maßnahmen nötig (§ 13).
Die Vorschrift gibt Schutzziele vor. Wie sie erreicht werden, ergibt sich aus der Beurteilung jeder einzelnen Filiale. Schriftliche Betriebsanweisungen sind nötig für den Umgang mit Banknoten, für Störungen an Sicherheitseinrichtungen und für das Verhalten bei Überfällen (§ 8). Die Funktionsprüfungen von Alarmierung und Bildaufzeichnung sind zu dokumentieren (§ 21). Was das im Bankbetrieb bedeutet, beschreibt die DGUV Regel 115-003 „Überfallprävention in Kreditinstituten“.
| Thema | Bank oder Sparkasse |
|---|---|
| Unfallversicherungsträger | Banken: Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG), Gefahrtarifstelle Finanzdienstleistungen. Sparkassen: je nach Bundesland die VBG oder die Unfallkasse des Landes (etwa in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz). Maßgeblich ist der Mitgliedsbescheid |
| Wirtschaftszweig | WZ 64.1 Zentralbanken und Kreditinstitute |
| Betreuungsgruppe nach DGUV Vorschrift 2 | III: ab mehr als 20 Beschäftigten 0,5 Stunden Grundbetreuung pro Beschäftigtem und Jahr, gemeinsam für Fachkraft und Betriebsarzt, je Seite mindestens 20 Prozent |
| Zusätzliche Unfallverhütungsvorschrift | DGUV Vorschrift 25 „Überfallprävention“, in Kraft bei der VBG seit dem 1. April 2021, bei der Unfallkasse Nordrhein-Westfalen seit dem 1. Oktober 2021 |
| Nach einem Überfall | Betreuung der Betroffenen nach einem vorher festgelegten Notfallplan, unverzügliche Mitteilung an den Unfallversicherungsträger (§ 20 DGUV Vorschrift 25) |
| Mehr als 20 Beschäftigte | Arbeitsschutzausschuss, Sitzung je Kalendervierteljahr (§ 11 ASiG) |
| Ab 50 Beschäftigten im Büro | Sicherheitsbeauftragte (§ 22 SGB VII, seit dem 29. Mai 2026) |
Für die Schwellen zählen die Beschäftigten der Geschäftsstellen ebenso wie die der Verwaltung, Auszubildende eingeschlossen. Teilzeitkräfte zählen für die Schwelle von 20 anteilig: bis 20 Wochenstunden mit 0,5, bis 30 Wochenstunden mit 0,75. Die Gefährdungsbeurteilung wird dagegen je Standort erstellt, weil sich Grundriss, Zugang und Sicherheitstechnik von Filiale zu Filiale unterscheiden.
Bei vielen Geschäftsstellen eignet sich eine gemeinsame Grundbeurteilung, ergänzt um ein Blatt je Filiale mit Grundriss, Fluchtwegen und Sicherheitstechnik. Ob eine Filiale einen eigenen Flucht- und Rettungsplan braucht, hängt von Lage und Ausdehnung ab. Die Kriterien stehen in Flucht- und Rettungsplan im Büro.
Im Verwaltungsgebäude gilt das übliche Bild großer Bildschirmbestände. In den Filialen kommen andere Punkte dazu: Beratungsplätze ohne freien Weg nach hinten, zugestellte Fluchtwege hinter Kundenzonen, und Selbstbedienungsbereiche, deren Beleuchtung und Einsehbarkeit nie beurteilt wurden. Im Papier fehlt häufig ein festgelegter Ablauf für die Nachsorge.
Neben dem Bildschirmteil braucht es einen Filialblock: Verhalten im Ereignisfall, Alarmierung, Umgang mit angespannten Kundengesprächen, Regeln für Öffnung und Schließung, und der Weg zur Nachsorge. Dieser Block gehört regelmäßig wiederholt, weil er im Ernstfall abrufbar sein muss und nicht nachgelesen werden kann.
Was „regelmäßig“ heißt, legt § 9 der DGUV Vorschrift 25 für alle fest, die mit Banknoten umgehen oder von einem Überfall betroffen sein können: vor Aufnahme der Tätigkeit, danach mindestens halbjährlich und bei Bedarf. Den Halbjahrestakt behalten Sie mit dem Unterweisungs-Fristenrechner neben den übrigen Fristen im Blick.
Private Banken, Bausparkassen und Kreditgenossenschaften sind bei der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) versichert, deren Gefahrtarif sie unter Finanzdienstleistungen führt. Bei Sparkassen hängt es vom Bundesland ab: Viele sind bei der VBG versichert, in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind sie dagegen Mitglied der Unfallkasse des Landes. Verbindlich für Ihr Haus ist der Mitgliedsbescheid.
Nur wenn sie mindestens 18 Jahre alt, geeignet und für diese Aufgabe besonders unterwiesen sind (§ 15 Abs. 3 DGUV Vorschrift 25). Grundsätzlich darf ein Transport von Banknoten für Außenstehende nicht als solcher erkennbar sein. Lässt sich das nicht vermeiden, braucht er eine geeignete Transportsicherung, oder Zeit und Weg werden unregelmäßig geändert und eine zweite Person sichert den Transport (§ 15 Abs. 1 und 2).
Ja, sobald Beschäftigte dort mit Bargeld umgehen, etwa beim Befüllen oder Entleeren der Geldautomaten. Dann gehören diese Tätigkeit, die Alarmierung und das Verhalten bei einem Überfall in die Beurteilung. In einer reinen Beratungsfiliale ohne Kontakt zu Bargeld, sonstigen Zahlungsmitteln oder Wertsachen greift die Vorschrift nicht. Halten Sie diese Einschätzung mit Begründung in der Gefährdungsbeurteilung fest.

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